vom 23.01.2026
Die Görlitzer Verkehrsbetriebe (GVB) haben derzeit nicht nur mit dem Winter und, wie viele andere Unternehmen auch, mit der Grippewelle zu kämpfen. Die weitaus größere Herausforderung stellt aber gegenwärtig die Technik dar. Bekanntermaßen besteht der GVB-Fuhrpark aus durchweg in die Jahre gekommenen Tatra-Straßenbahnen, Wagen Nr. 2319 ist ganze 47 Jahre alt. Ein Umstand, der bei Tramfans für Begeisterung sorgt, die Werkstattmitarbeiter der GVB aber tagtäglich an die Grenzen des technisch Machbaren bringt.
Angesichts dieser Tatsache sind Fahrzeugausfälle nicht ungewöhnlich, können aber dazu führen, dass in Hauptverkehrszeiten wie dem Schüler- und Berufsverkehr nur noch ein Wagen anstatt zwei Wagen – der sogenannten Doppeltraktion – zur Verfügung steht. Der Austausch durch eine andere Bahn ist nicht immer möglich, da sich potenzieller Ersatz bei Wartungsarbeiten oder planmäßigen Reparaturen befindet oder durch die gesetzlich vorgeschriebene Hauptuntersuchung längerfristig nicht zur Verfügung steht. Dazu kommt, dass dringend benötigte Ersatzteile oftmals nur schwer oder nur mit langen Lieferzeiten zu bekommen sind. Wird dann auch noch eine Straßenbahn durch einen, in der Regel unverschuldeten, Unfall aus dem Verkehr gezogen, verschärft sich die Situation zusätzlich, trotz aller Anstrengungen der Mechaniker.
Die GVB sind sich bewusst, dass ihren Fahrgästen durch die derzeitige Reduzierung von Doppeltraktionen Unannehmlichkeiten entstehen und bedauern dies außerordentlich. An oberster Stelle steht jedoch die Sicherheit der Fahrgäste, so dass auch weiterhin nur technische einwandfreie Fahrzeuge auf die Schiene gebracht werden.
Gleichzeitig möchte man aber auch daran appellieren, dass durch ein angemessenes Verhalten aller Bahninsassen auch vermeintlich volle Fahrzeuge durchaus noch Platz für weitere Zusteiger bieten. Dazu gehört vor allem das Durchrücken in den Mittelteil der Bahn anstatt im Türbereich stehen zu bleiben. Aber auch das Absetzen von Rucksäcken und Abstellen zwischen den Beinen dient nicht nur der Sicherheit, sondern schafft zusätzlichen Platz. Ebenso ist es selbstverständlich, Sitzplätze nicht mit Gegenständen zu blockieren und diese – wenn sie frei sind – auch in Anspruch zu nehmen. Gleiches gilt natürlich entsprechend für die Fahrt im Bus.